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Pressebericht

2011

Spaß und akrobatische Einlagen (Wormser Zeitung, 30.03.2011)

Turnhalle wird zum Tollhaus

31.01.2011 - OSTHOFEN

Von Claudia Wößner

FASTNACHT Aktive des Carneval Clubs Osthofen begeistern närrisches Publikum

Schlüpfrige Episoden aus heimischen Schlafzimmern, alptraumhafte Weltraumvisionen von der Fusion, Schlagerstars außer Rand und Band, knackige Bauarbeiter, heiße Rhythmen und ein frenetisches Publikum: Das Narrenfieber in all seinen tollen Ausprägungen erfasste jetzt Osthofen. Der Carneval Club mit seinem Sitzungspräsidenten Kai Kronauer kannte nach dem musikalischen Aufgalopp durch den Kirchenmusikverein kein Erbarmen mehr. Unentwegt setzte es von der Bühne heftige Anschläge aufs Zwerchfell.

Bütten-Neuling mit gelungenem Debüt

Als besonders „angriffslustig“ erwies sich dabei das schlagfertige Ehepaar Susi und Herbert (Anja Thomas und Dirk Scherer), sie „babbelt immer, ohne ein Thema zu haben“ und er „kann immer trinken, ohne Durst zu haben“. Mit Striptease-Nummern, Brad-Pitt-Maske und Handschellen will Susi gegen die Flaute im Ehebett ankämpfen - erotische Accessoires, die es eigentlich nicht gebraucht hätte, denn Herbert „reizt jedes Wort“ an der werten Gemahlin. Thomas und Scherer warfen sich Pointen wie Bälle zu - dafür gab es vom begeisterten Publikum den WZ-Jokus. Ebenfalls ganz weit vorne in der Hitparade der Zuschauergunst landete Bütten-Neuling Harald Dimmler mit erfrischenden Berichten von seiner „Alten“, die zu Beginn der Ehe noch eine „Primaballerina“ war. Mittlerweile stottert der Ehemotor nach den vielen gemeinsamen Jahren gewaltig, liegt der geplagte Ehemann oben, hat er „Höhenangst“, liegt er unten hat er „Platzangst“ und liegt er neben ihr, sieht er das Fußballspiel nicht mehr.

Ob die Schlagerbarden Jürgen Drews, Jürgen Marcus und Co. solche Probleme auch kennen? Das wurde bei der CCO-Fastnacht nicht überliefert, dafür machten die „Altbachkrischer“ mit den „Hit-Giganten“ aus der Carl-Schill-Turnhalle ein Tollhaus. Die textsicheren Jokus-Jünger standen alle, als bei der Playback-Show unter anderem „Marmor, Stein und Eisen bricht“. Die Altbachkrischer waren eine echte Stimmungsfabrik - zum Lohn zündete für sie die erste Rakete des Abends. Das närrische Geschoss gesellte sich in der karnevalistischen Umlaufbahn zum „Raumschiff Gebietsreform“ des Männergesangvereins, das sich „viele Lichtjahre von der Realität entfernt“, Osthofen in friedlicher Fusionsabsicht nähert.

Weltliche Probleme aus Narrensicht

Doch in der Wein- und Sektstadt finden die „Reformaliens“ ganz weltliche Probleme vor. Frei nach Nena singt dort Katrin I. ein Lied vom Wonnegauer Winzerfest, „heute dreh’ ich meine Runden und seh’ das Fest in Trümmern liegen. Seh’ eine Flasche Wein und lass sie liegen“. Kein Wunder, dass sich so mancher aus der „Trümmerlandschaft“ in den Urlaub flüchtet. Wenngleich die „Zwei geilen Hühner“ Marthe Hofmann und Gabi Dörr als Daheimgebliebene und Verreiste viele Flugstunden voneinander entfernt sind, wird telefoniert, bis die Ohren glühen - und der „Notarzt“ kommt. Der hieß an diesem Abend Christian Kemmeter. Zusammen mit „Sancho und Pancho“ (Mirko Höfler und Boris Ritscher) besang der Notarzt gut gelaunt Blasenkatheter, Bandscheibenvorfall und vieles mehr. „So isses“ fand Gabi Mett, die zusammen mit dem „Strohwitwer“ Ralf Schäfer und dem „Protokoller“ Richard Vatter die närrische Rednerriege komplettierte.

Hingucker des Abends waren die Tanzeinlagen. Die „Seebachflöhe“ präsentierten sich als „kleine Rockgören“, während die „Dance Illusion“ mit ihren „Brazil“-Rhythmen die Tische wackeln ließ. Bei den „Seebachmaisjern“, den „Schoppendales“ und dem Gardetanz gab es Menschenpyramiden zu bestaunen, die sich anmutig in Richtung Hallendecke reckten. Auch die „Wingertshexen“ machten ihre Besen startklar. Vielleicht wollten sie das heiße „Leben am Bauzaun“ erleben, das das „Friedrich-Ebert-Straßen-Ballett“ mit weiblicher Bauaufsicht und knackigen Bauarbeitern demonstrierte.

Die „Seebachflöhe“ bewiesen als Rockgören ihre tänzerische Klasse.	Foto: photoagenten/Alessandro Balzarin

Die „Seebachflöhe“ bewiesen als Rockgören ihre tänzerische Klasse. Foto: photoagenten/Alessandro Balzarin

 

Womser Zeitung 2011

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2009